Plazentainsuffizienz



Zeichnung: P. Kaufmann, Aachen
(Wir danken Prof. Kaufmann herzlich für die Nutzungsgenehmigung)
Von einer Plazentainsuffizienz spricht man, wenn die Versorgung des Babys nicht mehr optimal verläuft und es nicht mehr zeitgerecht weiterwächst. Auf Englisch: IntraUterine Growth Retardation, abgekürzt IUGR, übersetzt intrauterine Wachstumsverzögerung.

Diese Störung wird oft schon in den ersten Wochen der Schwangerschaft ausgelöst, weil irgendetwas die Einnistung des Mutterkuches behindert. Mittlerweile kann man das schon recht früh im Doppler-Ultraschall sehen (ca. ab der 9. SSW. möglich) und daher wird es auch zusammen mit Blutuntersuchungen zur Risikoberechnung für das Auftreten einer Präeklampsie genutzt. Diese Form wird chronische Plazentainsuffizienz genannt und es fällt auf, dass das Baby schon recht früh in der Schwangerschaft im Wachstum zurückbleibt.

Nicht selten sind dafür Gerinnungsstörungen oder immunologische Ursachen verantwortlich. Daher raten wir bei einem niedrigen Geburtsgewicht des Babys zu einer entsprechenden Abklärung auf diese Ursachen. Diese wird i. d. Regel in Speziallaboren oder Gerinnungsambulanzen oder Hämatologischen Abteilungen an Krankenhäusern durchgeführt. Adressempfehlungen finden Sie in unserer Ärzteliste und mehr Information in der Sonderbroschüre "Immunologische Ursachen für Präeklampsie und HELLP-Syndrom".



Es gibt auch Plazentainsuffizienzen, die z.B. durch die akute Entstehung einer Thrombose in den Plazentagefäßen ausgelöst werden  
können. Hierbei kann das Wachstum des Babys lange Zeit völlig zeitgerecht verlaufen, um dann plötzlich auffällig hinter der Zeit
zurückzufallen. Diese Form kann z.B. die Folge eines heftigen Magen-Darm-Infektes in späteren Schwangerschaftswochen sein,
weil der Körper dann oft sehr schnell austrocknet und das Blut eindickt.

Oft ist eine Plazentainsuffizienz die Ursache für eine vorzeitige Entbindung, die in den allermeisten Fällen per Kaiserschnitt stattfindet.



Zuletzt geändert am 28.03.2017 17:24 Uhr